FAQ – häufig gestellte Fragen

Noch Fragen offen? Keine Sorge, wir haben die Antworten auf die häufigsten und wichtigsten Fragen zur Langzeittherapie in der Reha Lutzenberg parat. Erfahre mehr über unseren Alltag, die medizinische und therapeutische Versorgung und vieles mehr.

Rehabilitation: Was unterscheidet Entgiftung, Entwöhnung und Rehabilitation?

Eine Entgiftung dient dazu, den Körper kurzfristig von schädlichen Substanzen wie Drogen oder Alkohol zu befreien und akute Entzugssymptome medizinisch zu behandeln. Sie dauert meist nur wenige Tage bis Wochen. Die Entwöhnung hingegen ist eine längerfristige Massnahme, die darauf abzielt, Suchtverhalten dauerhaft zu ändern, Rückfälle zu verhindern und die psychische sowie soziale Stabilität wiederherzustellen. Das Rehabilitationsprogramm der Reha Lutzenberg erfolgt immer im direkten Anschluss an eine Entzugs- und wenn möglich auch Entwöhnungsbehandlung in einer Klinik. In der Reha wird dann weiter daran gearbeitet, das Verhalten, Gewohnheiten und psychische Muster langfristig zu verändern, so dass ein substanzfreies Leben auch langfristig möglich wird. Wesentliche Erfolgsfaktoren sind dabei die soziale und berufliche Rehabilitation. Sie sind Grundbedingungen für den nachhaltigen Erfolg.


Alltag, Regeln & Ausgang

Abstinenzregeln: Darf ich in der Reha Lutzenberg Suchtmittel konsumieren?

Auf dem gesamten Areal der Reha Lutzenberg gilt ein komplettes Alkohol- und Drogenverbot. Findet während deinem Ausgang oder Wochenendurlaub ein Konsum von Suchtmitteln statt, ist eine Rückkehr ins Zentrum in der Regel möglich. In Bezug auf die Rückkehrzeit können seitens Zentrum Einschränkungen gemacht werden. Du akzeptierst dann eine vorübergehende Verlegung in ein Sicherheitszimmer zur Betreuung und Überwachung. Ein Suchtmittelkonsum zieht eine sofortige Schutzzeit (kein Ausgang oder Urlaub) nach sich.

Ausgang: Darf ich die Reha Lutzenberg während meiner Therapie verlassen?

Grundsätzlich schon. Ausgang und Wochenendurlaub dienen der Abstinenzerprobung sowie der Festigung bestehender und dem Aufbau neuer Beziehungen. Diese auswärtigen Aufenthalte sind im Voraus zu planen und die Planung ist mit dem Personal zu besprechen. Bei Massnahmeklient*innen werden die nächsten Öffnungsschritte jeweils in Absprache mit der Justiz festgelegt.

Besuch: Darf ich während der Therapie Besuch von meiner Familie oder von Freund*innen empfangen?

Ja, Besuche sind an den Wochenenden grundsätzlich möglich. Jedoch müssen diese Besuche vorgängig beantragt und vom Personal bewilligt werden. Aus organisatorischen und Sicherheitsgründen haben zentrumsexterne Personen aber keinen Zutritt zu den Zimmern der Klient*innen. Übernachtungsmöglichkeiten für Besucher gibt es in der Reha Lutzenberg nicht, in der Umgebung finden sich jedoch zahlreiche Hotels mit freien Kapazitäten.

Ferien: Kann ich während der Reha Ferien machen?

Während der Reha gibt es grundsätzlich keine Ferien. In Ausnahmefällen oder bei Minderjährigen kann in Absprache mit den einweisenden Behörden sogenannte «Familienzeit» gewährt werden. Urlaube oder Ausgänge werden schrittweise und sorgfältig auf Basis deines Therapieverlaufs geplant. So wird sichergestellt, dass du den Übergang zurück in den Alltag gut bewältigst.
Ab dem 3. Wochenende ist ein Tagesausgang möglich. Ab dem 5. Wochenende können zwei Tagesausgänge pro Wochenende erfolgen. Übernachtungen ausserhalb des Zentrums sind ab dem 7. Wochenende erlaubt. Jeder Ausgang wird gemeinsam vorbereitet und anschliessend nachbesprochen. So können wir deinen Fortschritt begleiten, Risiken minimieren und sicherstellen, dass du weiterhin stabil und verantwortungsbewusst handeln kannst. Dieses Vorgehen unterstützt dich dabei, Schritt für Schritt Selbstständigkeit und Struktur zu entwickeln, während du gleichzeitig deine Reha-Ziele erreichst.

Konsum: Wie geht die Reha Lutzenberg mit Konsumereignissen um?

Wenn es zu einem Konsumereignis kommt, wirst du vorübergehend eines der Sicherheitszimmer beziehen. Diese Massnahme dient dazu, dich zu stabilisieren, die Sicherheit für dich und andere zu gewährleisten und einen klaren Rahmen nach dem Konsum zu schaffen. Das Sicherheitszimmer wird frühestens wieder verlassen, nachdem ein Konsumbericht eingereicht und eine Urinprobe abgegeben wurde. Während des Aufenthalts im Sicherheitszimmer steht die Nutzung elektronischer Geräte nicht zur Verfügung.
Nach einem Konsumereignis füllst du einen Konsumbericht aus. Dieser bildet die Grundlage für die weitere therapeutische Begleitung. In Einzelgesprächen arbeiten wir gemeinsam an der Aufarbeitung des Konsums. Dabei schauen wir auf mögliche Auslöser, deine Entscheidungsprozesse, Risikosituationen und Wege, wie du künftig vorsorglich handeln kannst.
Deklarierst du den Konsum selbst, verbringst du in der Regel ein Wochenende in der Reha Lutzenberg. Wird der Konsum nicht selbst angegeben, sondern anderweitig festgestellt, sind zwei Wochenenden vorgesehen. Je nach Risikoeinschätzung kann die Dauer der Schutzzeit auch nach oben angepasst werden. Diese Regelungen sollen dir helfen, Verantwortung für dein Handeln zu übernehmen, Konsumereignisse klar zu strukturieren und die therapeutische Aufarbeitung im Sinne der Rückfallprävention zu unterstützen. Zudem sorgt die Schutzzeit auch für eine gewisse Distanz zum Ereignis und zum Konsum-Umfeld.

Wochenenden: Darf ich am Wochenende auch im Zentrum bleiben?

Ja, du darfst deine Wochenenden sehr gerne im Zentrum verbringen. Das Zentrum ist während der Reha dein «Zuhause auf Zeit» und auch ein «sicherer Hafen». Zudem kann ein Verbleib in der Reha Lutzenberg sowohl aus persönlichen Gründen als auch im Rahmen therapeutischer Vereinbarungen sinnvoll oder notwendig sein.
Da kein grundsätzlicher Anspruch auf Urlaub besteht, richtet sich die Wochenendgestaltung nach dem individuellen Therapieverlauf sowie nach Struktur, Verhalten und der Einhaltung der geltenden Regeln.


Aufnahme & Wartezeit

Besichtigung: Kann ich mir die Reha Lutzenberg vor Beginn der Langzeittherapie persönlich anschauen?

Das ist sogar sehr wichtig! Wir führen mit allen Interessenten vorab ein Kennenlerngespräch, um uns gegenseitig kennenzulernen. Im Rahmen dieses Gesprächs findet eine Führung durch die Einrichtung statt, die von einem unserer Klient*innen durchgeführt wird.

Platzverfügbarkeit: Was geschieht, wenn momentan kein Therapieplatz verfügbar ist?

Kein Problem! Du kommst einfach auf unsere Warteliste und wir melden uns bei dir, sobald ein Platz verfügbar wird.

Wartezeit: Wie lange dauert es, bis ich einen Therapieplatz erhalte?

Wenn alle Voraussetzungen geklärt sind, beide Parteien zustimmen und ein freier Platz in einem unserer Häuser zur Verfügung steht, kann es ganz schnell gehen. In der Regel erfolgt die Aufnahme direkt aus einem stationären Umfeld, wie einer Klinik oder Justizvollzugsanstalt. Vor Beginn der Therapie muss ausserdem ein körperlicher Entzug stattgefunden haben.


Familie, Kinder & Tiere

Haustiere: Ist es gestattet, mein Haustier während meines Aufenthalts in der Reha Lutzenberg mitzubringen?

Wir verstehen, wie wichtig dir dein Haustier ist. Leider ist das Mitbringen von Haustieren in der Reha Lutzenberg nicht möglich. Wir empfehlen, sich frühzeitig um eine vertrauensvolle Betreuung zu Hause oder in einer Tierpension zu kümmern, damit dein Tier während deiner Reha gut versorgt und sicher aufgehoben ist. In der Reha Lutzenberg wohnen drei Katzen, vier Ziegen, vier Schildkröten, Fische im Aquarium und einige Hühner. Zudem sind zwei Sozialhunde auf Platz, welche in den tiergestützten Interventionen eingesetzt werden.

Kinder: Darf ich mein Kind mitbringen, wenn ich zur Langzeittherapie in die Reha Lutzenberg komme?

Wir verstehen sehr gut, dass die Organisation einer Langzeittherapie mit familiären Verpflichtungen eine besondere Herausforderung darstellen kann. Leider ist es jedoch nicht möglich, Kinder mit in die Therapie aufzunehmen. Unsere Behandlung ist darauf ausgerichtet, dir einen geschützten Raum für deine persönliche Entwicklung zu bieten. Dies erfordert deine ungeteilte Aufmerksamkeit. Dein Kind darf dich in der Reha besuchen und selbstverständlich unterstützen wir dich dabei, in deiner Freizeit an den Wochenenden den Kontakt zu deinem Kind zu pflegen und die Beziehung zu stärken.


Finanzierung

Kostenübernahme: Wer übernimmt die Kosten für eine Langzeittherapie in der Reha Lutzenberg?

In der Regel übernimmt das zuständige Sozialamt und/oder die Justiz die Kosten. Falls du beim Sozialamt noch keinen Antrag auf Sozialhilfe gestellt hast, solltest du dies vorher tun, damit die Kostengutsprache gestellt werden kann und diese rechtzeitig eintrifft. Es gibt grosse Unterschiede zwischen den einzelnen Kantonen und Gemeinden. Gerne unterstützen wir dich bei dieser Fragestellung individuell. Die genaue Kostenklärung erfolgt vor Beginn der Therapie.

Krankenkasse: Kann der Aufenthalt in der Reha Lutzenberg über die Krankenkasse finanziert werden?

Nein. Wir sind eine soziale Einrichtung gemäss IVSE Liste C (Suchttherapie/-rehabilitation), somit wird der Aufenthalt nicht über die Krankenkasse finanziert.


Freizeit & Gemeinschaft

Freizeitangebote: Gibt es während der Therapie auch Freizeit- und Gemeinschaftsangebote?

Ja, ausserhalb der Therapiezeiten. Die soziale Rehabilitation ist neben der beruflichen Rehabilitation ein zentraler Bestandteil unserer Arbeit. Aus Erfahrung wissen wir, dass gerade der sinnvolle Umgang mit „freier“ Zeit für viele eine grosse Herausforderung sein kann. Bei der sinnvollen und suchtmittelfreien Freizeitgestaltung helfen wir gerne mit Angeboten innerhalb und ausserhalb (z.B. Vereinsbesuche) unseres Zentrums.

Musik: Gibt es in der Reha Lutzenberg Möglichkeiten, musikalisch aktiv zu sein?

Ja, in der Reha Lutzenberg steht ein gut ausgestatteter Musikraum zur Verfügung, den du während deiner freien Zeit nutzen kannst. Dort kannst du alleine oder gemeinsam mit anderen Klient*innen Musik machen, üben oder einfach der Musik als Ausgleich nachgehen.

Vereine: Kann ich während der Langzeittherapie einen Verein besuchen?

Ja, das ist sogar erwünscht! Im Rahmen des strukturierten Freizeitplanes sind bis zu drei Ausgänge pro Woche am Abend möglich, wobei diese nicht vor 17:30 Uhr beginnen dürfen. Diese Regelung ermöglicht es, soziale Kontakte und Freizeitaktivitäten aktiv zu pflegen, während gleichzeitig die therapeutische Struktur und die Sicherheit im Reha-Alltag gewährleistet bleiben.


Haltung & Vielfalt

Diversität: LGBTI+, was bedeutet das für die Reha Lutzenberg?

Die Reha Lutzenberg steht allen Menschen offen, die sich auf ihrem Weg in ein weniger suchtbestimmtes Leben unterstützen lassen möchten. Wir bekennen uns zu Gender Mainstreaming und achten auf die genderspezifischen Bedürfnisse unserer Klientinnen. Eine offene und wertschätzende Haltung gegenüber LGBTI+-Personen ist für uns selbstverständlich. Für dieses Engagement wurde die Reha Lutzenberg ab 2022 mit dem Swiss LGBTI-Label ausgezeichnet. Dieses Label bestätigt unsere Bemühungen, ein inklusives, respektvolles und diskriminierungsfreies Umfeld zu schaffen, in dem alle Klientinnen erfolgreich am therapeutischen Prozess teilnehmen können.


Medizinische & therapeutische Versorgung

Komorbidität: Ich habe zusätzlich eine psychiatrische Diagnose, kann diese in der Reha Lutzenberg mitbehandelt werden?

Wir haben ein psychotherapeutisches Angebot, welches nach interner Abklärung der Indikation in Anspruch genommen werden kann. Dabei können die Abhängigkeitserkrankung(en) sowie auch weitere psychische Störungen und Belastungen Inhalt der psychotherapeutischen Gespräche sein. Für die Behandlung akuter Belastungssituationen wird an externe Stellen verwiesen, bzw. triagiert. Dazu zählen das Vorliegen eines Entzugssyndroms, psychotisches Erleben, Fremdaggressivität und Suizidalität.

Medikation: Werden während der Therapie auch Medikamente eingesetzt?

Medikamente, die aufgrund körperlicher oder psychischer Erkrankungen notwendig sind, werden weiterhin von unserem Zentrumsarzt ärztlich verordnet. Vor Beginn des Therapieaufenthalts klären wir gemeinsam ab, welche Medikamente in unserer Einrichtung verabreicht werden können. Bestimmte Präparate mit Abhängigkeitspotenzial (z.B. Benzodiazepine) werden dabei nicht abgegeben und müssen vor Eintritt abgebaut werden.

Substitution: Darf ich auch in die Reha Lutzenberg kommen, wenn ich aktuell substituiert werde?

Ja, die Teilnahme an der Langzeittherapie ist auch während einer Substitutionsbehandlung (OAT) möglich. Unser Therapieangebot richtet sich an alle, die Unterstützung bei der Suchtbewältigung suchen, unabhängig davon, ob du gerade substituiert wirst. Die Therapie wird individuell auf deine Situation abgestimmt, um dich bestmöglich zu begleiten.


Schule, Beruf & Zukunft

Berufliche Integration: Wie unterstützt mich die Therapie dabei, (wieder) beruflich Fuss zu fassen?

Ein zentraler Bestandteil der Rehabilitation ist die berufliche Ein- oder Wiedereingliederung. Unser interner Jobcoach analysiert gemeinsam mit dir deine Kenntnisse, Fertigkeiten und Stärken im Hinblick auf das Berufsleben und gleicht dein persönliches Fähigkeitsprofil mit potenziellen Berufsprofilen ab. Er begleitet dich vom Erstgespräch bis zur möglichen vertraglichen Anschlusslösung und bietet, sofern möglich, auch eine berufliche Nachbetreuung über den Reha-Aufenthalt hinaus an. Das Handlungskonzept von Supported Employment dient dem Jobcoach dabei als wichtige Orientierung für die Erreichung deines beruflichen Ziels. Supported Employment (SE) ist ein international anerkanntes methodisches Konzept, das ein umfassendes Jobcoaching innerhalb der stationären Rehabilitation ermöglicht. Ziel ist eine klientenzentrierte Unterstützung bei der beruflichen Integration. Die Umsetzung orientiert sich an wissenschaftlich belegten Qualitätsmerkmalen, deren Einhaltung die Wirksamkeit von SE sicherstellt.

Schule: Kann ich während meiner Reha die Schule besuchen oder einen Schulabschluss nachholen?

Ja. In der zentrumsinternen Schule bieten wir dir die Möglichkeit, Ressourcen zielgerichtet zu fördern, individuelle Bildungsdefizite aufzuarbeiten und die obligatorische Schulpflicht zu erfüllen. Ebenso können spezielle Bildungsprogramme wie beispielsweise NeuroNation absolviert werden. Startest du bei uns eine Berufslehre, bieten wir dir zusätzlich zur Berufsschule einen internen Stützunterricht.


Wohnen

Sanitäreinrichtungen: Verfügen die Zimmer in den Wohngruppen über ein eigenes WC?

Die Zimmer sind nicht mit einem eigenen WC ausgestattet, verfügen jedoch über ein Waschbecken mit Spiegel. Duschen und WCs stehen als Gemeinschaftseinrichtungen zur Verfügung.

Wohngruppen: Gibt es reine Frauen- bzw. Männerwohngruppen?

Eine reine Frauenwohngruppe wird nicht geführt. In der Reha Lutzenberg gibt es einerseits reine Männerwohngruppen und andererseits gemischtgeschlechtliche Wohngruppen. Dabei legen wir grossen Wert auf ein respektvolles und unterstützendes Miteinander sowie auf klare Strukturen, die allen Bewohner*innen Sicherheit bieten.

Wohnsituation: Kann ich während dem Aufenthalt meine eigene Wohnung behalten?

Eine Langzeittherapie dauert in der Regel deutlich länger als ein Jahr und deine Wohnung ist vielleicht auch ein Konsumort gewesen. Deshalb empfehlen wir, die Wohnung vor Eintritt in die Reha zu kündigen und dich bei absehbarem Ende der Therapie nach einer neuen Unterkunft umzusehen. Dabei unterstützen wir dich selbstverständlich.

Zimmerform: Bietet die Reha Lutzenberg Doppelzimmer an?

In unserer Einrichtung stehen ausschliesslich Einzelzimmer zur Verfügung. So kannst du dich voll und ganz auf deine Rehabilitation konzentrieren. Dein Zimmer ist dein persönlicher Rückzugsort und Privatsphäre wird bei uns grossgeschrieben. Das Zimmer darf auch von Mitklient*innen nicht betreten werden.


Falls deine Frage hier nicht dabei ist, darfst du dich gerne unter 071 886 30 80 melden und die zuständige Person für Aufnahme und Vernetzung, Frau Andrea Heeb verlangen oder eine Mail an info@reha-lutzenberg.ch senden.